Härtefall-Regelung

Besondere Situationen verlangen besondere Aufmerksamkeit. Gerade sozial schwächer gestellte Menschen haben oftmals große Bedenken zum Zahnarzt zu gehen, weil Sie fürchten, die Kosten nicht bezahlen zu können. Dabei gibt es gute Chancen, dass Kosten sogar zu 100% von der Krankenkasse übernommen werden. Auch unabhängig davon, ob Sie Ihr Bonusheft regelmäßig geführt haben, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen den doppelten Festzuschuss zur Versorgung mit Zahnersatz erhalten.

Wie kann ich einen 100%-Zuschuss erhalten?

Damit Sie von der Härtefall-Regelung profitieren können, müssen Sie Ihrer Krankenkasse einen Nachweis über Ihre finanzielle Situation erbringen. Anhand entsprechender monatlicher Einkommensgrenzen wird entschieden, ob ein Härtefall vorliegt. In 2019 liegen diese Grenzen bei:

1.246,00 € für Alleinstehende

1.713,25 € für Patienten mit einem weiteren Angehörigen

2.024,75 € für Patienten mit zwei weiteren Angehörigen

2.336,25 € für Patienten mit drei weiteren Angehörigen

+ 311,50 € zusätzlich für jeden darüber hinausgehenden Angehörigen

Einkommens­unabhängig wird entschieden bei:

Empfängern von Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB XII oder im Rahmen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz,

Empfängern von Leistungen nach dem Recht der bedarfsorientierten Grundsicherung,

Empfängern von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II,

Empfängern von Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz oder SGB III,

Heimbewohnern, wenn die Kosten ihrer Unterbringung in einem Heim oder einer ähnlichen Einrichtung von einem Träger der Sozialhilfe oder der Kriegsopferfürsorge getragen werden.

Gleitende Härtefallregelung

Sollten Ihre monatlichen Bruttoeinnahmen die festgesetzten Grenzen für die vollständige Befreiung von Zuzahlungen zum Zahnersatz geringfügig überschreiten, können Sie bei Ihrer Krankenkasse zusätzlich zum Festzuschuss eine Zahlung im Sinne der „Gleitenden Härtefallregelung“ beantragen. Bei dieser Methode wird die Differenz aus Ihren Bruttoeinnahmen und der entsprechenden Einkommensgrenze berechnet und der Entscheidung über eine vollständige Befreiung zugrunde gelegt. Ein möglicher positiver Betrag kann Ihnen dann im Nachhinein und nach Vorlage der Zahnarztrechnung von der Krankenkasse erstattet werden. Erstattet wird in der Regel ein Betrag in Höhe des doppelten Festzuschusses, allerdings niemals mehr als die tatsächlichen Behandlungskosten.